Sinnblock

von Lukas Böhl

Geschriebenes

Der Gitarrenverkäufer

D

Vor etwa 20 Jahren saß Roland Winkler, den alle nur Rolli nannten, in seinem Gitarrenladen im Westteil von Stuttgart und blätterte durch die Tageszeitung von gestern, die ihm der Bäcker von gegenüber an jenem Morgen beim Kaffeeholen geschenkt hatte. Das kleine Geschäft warf gerade genug ab, um davon leben zu können. Die teuren Gitarren hingen ganz hinten, wenn er eine von denen verkaufte, konnte...

Dichtwoch #21 – Verdorbenheit

D

Hier kannst du alles sein, außer dir selbst.Verdirbst du nicht von allein, übernimmt es die Welt.Hin und wieder ein Tropfen Gift hilft,zu vergessen die Schuld.Wessen du schuldig bist, ist dir nicht bewusst.Weißt nur, dass es seit jeher so muss.Vorbei die Zeit der reinen Gedanken und Taten,das Dunkel der Nacht erfüllt nun die Tage.Reicher an Erfahrung, ärmer an Sittlichkeit.Im Grunde nicht...

Bücher finden, deren Titel du vergessen hast

B

In diesem Beitrag werde ich dir Schritt für Schritt zeigen, wie ich innerhalb einer Stunde ein Buch – ohne Titel und Autor zu kennen – gefunden habe. Außerdem gebe ich dir weitere Tipps, wie sich Bücher ohne Titel vielleicht aufspüren lassen.

Dichtwoch #20 – Zeit

D

Wenn die Zeit kommt, wissen wir nicht, woher sie kommt. So sind am Ende des Tages nur 24 Stunden vergangen. Für den Menschen ist ein Leben nicht mehr als Essen, Schlaf und Sex. Wandel passiert nicht im Jetzt. Unser Blickwinkel lässt sich nicht auf die Ewigkeit kalibrieren. Befreien wir den Verstand von der Bürde des Nahbaren, verlieren wir uns in der Unendlichkeit. Darum zerstören wir das Morgen...

15 Methoden, um neue Bücher zu finden

1

Wir alle kennen das Gefühl der bittersüßen Sehnsucht, nachdem wir ein gutes Buch weggelegt haben. Am liebsten würden wir es nochmal lesen und dabei die anfängliche Euphorie erneut verspüren. Doch leider ist diese mit der letzten Seite verpufft und für immer in unsere Erinnerung übergegangen. Es ist nie so schön, wie beim ersten Mal.

Dichtwoch #19 – Dust

D

We turn with the clocks and turn to ash. Once more we scratch the dust off of our bones, once more we try to be more than simply human. Merely a thing turned self-reflective. A self recognizing a self. We shelter our souls, to be distilled by our minds to go to a sacred place. A wish for someday. At least something to wish for. How strange our I sometimes is and yet so familiar. A definition of...

Dichtwoch #18 – Internetliebe

D

Du hast nicht. Sie sowieso. Wieder über Los. Dann suchst du sie im Internet und erfährst Dinge. Unverständnis über ihre politische Gesinnung. Für und wieder. So verschieden. Im Gespräch hättest du sie nie danach gefragt. Jetzt weißt du alles, ohne sie zu kennen. Du schaust durch ein Fenster in ihr Haus, sie wird zur gläsernen Fremden. Ausreden, alles würde im Streit enden. Lieber nicht verlieben...

Farben nachlaufen

F

Seit ungefähr zwei Stunden werde ich von einem Zitronenfalter verfolgt. Er muss irgendwo an der Kreuzung von Wald- und Feldweg aufgetaucht sein und war seitdem nicht mehr von meiner Seite gewichen. Ich hebe den Fuß, er faltet die Flügel, ich senke ihn, er schlägt sie auf. Ich lasse ihn gewähren, denn die Menschen werden von allen möglichen Dingen verfolgt, in ihren Träumen und auf ihren...

Dichtwoch #17 – Honeybee

D

There’s a hint of you in this early summer wind here in late april. Maybe I’m just synchronizing with the patterns of space and time. Every spring I find the love of my life. It’s in you for sure and it’s packed so well. I don’t dare to use the word beautiful anymore. It might loose its meaning. None the less you are unbelievably unique. At least in this moment in my head. You have sparked...

Aktuelle Beiträge