Sinnblock

von Lukas Böhl

Geschriebenes

Winter im Frühling

Ihr könnt euch die Geschichte dank Katja Wakeham jetzt auch anhören: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren „Ich sehne mich nach dem Sommer…“, sagte er mit gedankenverlorener Stimme aus dem Fenster blickend, mehr zu sich selbst, als zu seiner Freundin, die ein paar Meter hinter ihm stand, von wo aus...

Auf der Bank

Dank Katja Wakeham jetzt auch zum Anhören verfügbar: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Draußen bei den Feldern, weit hinten am Waldrand, stand eine Bank, auf der ich meine Mittagspausen verbrachte. Ich teilte sie mir mit einem Bären. Gemeinsam starrten wir in die Ferne; ich bis zu den Baumwipfeln, er...

GTA

Wieder so eine Nacht, mein Verstand will irgendwohin. Kann ihn nicht fassen, fahre stundenlang in GTA durch die Straßen, um ihn vielleicht noch irgendwo zu erwischen. Der Bildschirm simuliert Bewegung, die Gedanken liefern genug Treibstoff für meine geisterhafte Reise. Allein in meinem Zimmer komme ich weiter, als mich meine Füße oder ein Auto oder ein Flugzeug je bringen könnten. Reise von A wie...

Dichtwoch #52 – Jahresende

Die letzten Tage des Jahres schmelzen dahin wie der Schnee, der nicht gefallen ist. Die letzten Überbleibsel des diesjährigen Ichs werden verzehrt, wie die Krümel des Kuchens von Omas Hund. Die Tage werden kürzer, wenn das Jahr endet. Noch einmal schlendert man in Winterklamotten an alten Verhaltensmustern entlang. Die ersten Vorsätze fürs neue Jahr werden gemacht, zu den Silvesterraketen gepackt...

Dichtwoch #51 – Zeitmesser

Zeit und Zeit und Zeit… gibt es da kein anderes Wort? Eines nicht so abgenutzt und beschmutzt durch unendlichen Gebrauch. Die Zeit, sie rennt nicht mehr, sie hat das Fliegen gelernt und entgleitet mir, wo ich mich leise an sie heranschleiche. Ein Tag, ein Jahr, eine Dekade, da ist doch nichts, was bleibt! Mit Leib und Seele befestige ich mich an weltlichen Dingen, an denen die Zeit schon...

#Hammermann

Die Geschichte könnt ihr euch in der Vertonung von Katja Wakeham auch anhören: Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Die Autos, die links an P vorbeifuhren, verschwanden bereits nach fünfzig Metern wieder im Nebel. Er sah ihren blasser werdenden roten Rückleuchten hinterher, bis sie weg waren. Dann ließ er...

Dichtwoch #50 – Du

Komm, wir lernen fliegen. Ich weiß, uns wachsen Flügel. Lass uns nur daran glauben und Gott austricksen, wenigstens für eine Weile. Wir brauchen nie wieder reden, sei nur bei mir. Nichts ist real, außer dir. Ich mache dich schön und du meine Wirklichkeit. Du liebst mich und ich es, bei dir zu sein. Komm, wir umrunden die Erde. Ganz egal, auch mit meinem alten Dreirad aus Kindertagen. Wen schert...

Dichtwoch #49 – Engel

Sie wohnen hinter einer Nussschale im Mond. Nur selten berühren ihre Füße den Boden. Ständig halten Erdlinge sie für den Mann auf dem Schweizer Käse. Bei Halbmond rutschen sie bis zur unteren Spitze ab. Der meistbegehrte Angelplatz oberhalb der Erde. Die Fische, die sie fangen, atmen Luft und vergehen in der oberen Atmosphäre. Am besten beißen sie bei falschen Versprechungen. Der Himmel lockt sie...

Dichtwoch #48 – Warten

Ich habe gewartet. Habe in Wartesälen und auf Taxis gewartet. Darauf, dass sich die Welt verändert und dass mir endlich Sackhaare wachsen. Habe auf das Ende eines langweiligen Gesprächs gewartet, um ein interessantes zu beginnen. Ich habe während des Wartens Leute beim Warten beobachtet und mich selbst beobachtet gefühlt. Ich warte nicht gerne, bin aber meist geduldig. Beim Warten hat man Zeit...

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