Robi muss seine Freunde finden

Robi, das rote Gummibärchen, hat seine Freunde verloren und sucht sie in einem filmreifen Abenteuer. Begleite ihn dabei.

In einem Park war nach einem Grillausflug einer Grundschule ein einzelnes rotes Gummibärchen namens Robi unter dem Tisch liegengeblieben und eingeschlafen. Als der Tag anbrach, erwachte Robi plötzlich aus seinem Schlaf. Er hüpfte auf vor Freude und sah sich um. Doch traurig stellte er fest, dass er ganz allein hier war. All die anderen Gummibärchen waren fort."

Entschlossen machte er sich auf den Weg, um seine Freunde zu finden. Doch die Welt der Menschen war nicht gemacht für einen Gummibär wie Robi. Selbst die Grashalme im Park waren mindestens doppelt so groß wie er. Darum hatte er alle Mühe, sie beiseitezuschieben, um voranzukommen. Schließlich gelangte er an eine große Pfütze, die ihm den Weg versperrte. Sogar ein Kind hätte sie mit einem Schritt überquert. Doch für Robi war sie mindestens so groß wie ein See. Wie sollte er da nur rüberkommen? Als er sah, wie ein paar Blätter auf der Pfütze trieben, kam ihm eine Idee.

Er schnappte sich ein Blatt und einen winzigen Ast. Dann ließ er das Blatt zu Wasser, stieg vorsichtig auf und stieß sich mit dem Ästchen ab. Auf seinem selbstgebauten Floß paddelte er quer über die Pfütze. So kam er viel schneller voran als zu Fuß. Schließlich erreichte er das andere Ufer. Voller Stolz stieg er von seinem Floß, um seine Reise fortzusetzen. Bald gelangte er zu einem asphaltierten Weg. Er beschloss, das Gras hinter sich zu lassen und dem Weg zu folgen. Denn so kam er viel schneller voran.

Während Robi so den Weg entlanghüpfte, bemerkte er plötzlich eine Erschütterung. Er blieb stehen und sah sich um. Hinter ihm kam ein Mensch angelaufen, der groß wie ein Hochhaus war. Robi sprang schnell zur Seite und versteckte sich im Gras. Doch als der Mensch näherkam, kam ihm eine gute Idee. Sofort sprang Robi aus seinem Versteck, hüpfte auf und klammerte sich an der Hose des Menschen fest. Als der Mensch sein Bein hob, wurde Robi mit nach oben gezogen. Doch er hielt sich mit aller Kraft fest. Und so kam er im Eiltempo voran.

Robi kletterte an der Hose des Menschen hoch, um den Park besser überblicken zu können. Doch er sah seine Freunde nicht. Irgendwann kamen die beiden an einem Spielplatz vorbei. Robi beschloss, hier nach seinen Freunden zu suchen. Denn jeder Gummibär liebte es, zu spielen. Also glitt er langsam am Stoff der Jeans hinunter und ließ sich sanft auf den Boden fallen. Dann beeilte er sich, ins hohe Gras zu kommen. Schon bald hatte er Sand unter sich. Darauf konnte er zwar nicht so gut hüpfen wie auf dem Asphalt, trotzdem konnte er sich besser fortbewegen als im Gras.

Von hier unten fiel es Robi schwer, den Spielplatz zu überblicken. Er sah zwar die Schaukel, die Rutsche, das Klettergerüst und einen Picknick-Tisch, doch er konnte nicht sehen, ob sich dort oben seine Freunde befanden. Auf der Wiese neben dem Spielplatz wuchsen ein paar Blumen, zwischen denen Bienen hin- und herflogen. Wieder hatte Robi eine Idee. Er wollte eine davon fragen, ob sie ihn auf das Klettergerüste fliegen konnte. So würde er den ganzen Spielplatz überblicken können. Die Bienen aber sagten, er wäre zu schwer für sie. Er sollte die Hummel fragen. Die saß gerade auf einer Löwenzahnblüte. „Liebe Hummel, trägst du mich auf das Klettergerüst? Ich will meine Freunde finden.“, fragte Robi die dicke Hummel.

Die sah sein trauriges Gesicht und wollte ihm helfen. Also sagte sie Robi, er solle sich an ihren Beinen festhalten. Im nächsten Moment hoben die beiden ab. Robi konnte nicht glauben, wie gut es sich anfühlte zu fliegen. Der Boden unter ihm entfernte sich immer schneller, während sie in Richtung des Klettergerüstes flogen. So muss sich ein Mensch fühlen, dachte er sich. Jetzt konnte er die Welt von oben sehen. Als sie auf dem Klettergerüst angekommen waren, setzte die Hummel ihn ab und landete neben ihm. Die beiden sahen sich um. Kein Gummibärchen war weit und breit zu sehen. Die Hummel summte voller Mitgefühl.

„Kannst du mich wieder mit nach unten nehmen?“, fragte Robi enttäuscht. Die Hummel stimmte zu, aber sagte, dass sie ihn nicht weitertragen konnte. Er war ein bisschen zu schwer für sie und außerdem müsste sie bald nach Hause, da die Sonne in zwei Stunden untergehen würde. Auf dem Boden angekommen verabschiedeten sich die beiden neuen Freunde. Dann flog die Hummel in Richtung der untergehenden Sonne davon. Robi aber beschloss zu einem Gebäude zu laufen, dass er in der Ferne vom Klettergerüst aus gesehen hatte. Vielleicht hatten sich die anderen Gummibären dort versammelt.

Robi kam nicht sehr schnell voran. Das Gras war ständig im Weg. Immer wieder musste er die großen Grashalme zur Seite biegen. Er sah nach oben und dachte an die Worte der Hummel. Bald würde es dunkel werden. Robi entschied sich dafür, erstmal nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten und die Suche nach seinen Freunden morgen fortzusetzen. Nachdem er noch viele, viele Grashalme zur Seite geschoben hatte, fand er schließlich ein verlassenes Schneckenhaus. Der perfekte Schlafplatz für die Nacht. Er klopfte zuerst an, ob die Schnecke zu Hause war. Als niemand antwortete, warf er einen Blick ins Innere. Keiner war zu sehen, das Haus war verlassen. Und so schlüpfte er hinein und machte es sich gemütlich. Erschöpft von seiner Reise schlief er schnell ein.

Am nächsten Morgen war er schon früh wach. Heute wollte er seine Freunde unbedingt finden.  Doch im hohen Gras kam er nur sehr langsam voran. So würde er es nicht bis zu dem Gebäude schaffen, bevor die Sonne unterging. Er brauchte einen Plan. Irgendwann kam er bei einem Mäuseloch vorbei. Die Maus schaute gerade heraus, um zu sehen, wer da vorbeilief. Robi stellte sich der freundlichen Maus vor. Er erzählte ihr von seinen Abenteuern und wie er versuchte, seine Freunde zu finden. Die Maus hatte Mitleid mit Robi. Darum bot sie ihm an, dass sie ihn zu dem Gebäude tragen würde, dass er gestern vom Spielplatz aus gesehen hatte.

Robi kletterte auf ihren Rücken. Im nächsten Moment huschten die beiden durch das Gras. Sie kamen viel schneller voran als Robi allein. Die Maus erzählte ihm, dass es sich bei dem Gebäude um das Naturkundemuseum handelte. Dort gab es alte Dinosaurierknochen. Deswegen kamen oft Schulklassen vorbei. Das machte Robi Hoffnung. Als sie endlich am Museum angekommen waren, setzte die Maus Robi ab. Sie musste zurück zu ihren Kindern, deswegen konnte sie ihm nicht dabei helfen, die anderen Gummibären zu suchen. Doch sie wünschte ihm viel Glück.

Robi hüpfte über den gesamten Vorplatz des Museums. Zunächst fand er keine Spur seiner Freunde, doch dann sah er in der Ferne bei ein paar Bänken etwas schimmern. Aus irgendeinem Grund kam ihm dieser Anblick vertraut vor. Er hüpfte so schnell er konnte zu den Bänken. Und tatsächlich lag unter einer von ihnen eine aufgerissene Gummibärchen-Tüte mit der typischen goldenen Farbe. Robi war außer sich vor Freude als er sah, dass in der Tüte noch einige seiner grünen, orangen und gelben Freunde waren.

Als auch sie Robi sahen hüpften sie sofort aus der Tüte. Alle waren froh, dass sie wieder vereint waren. Robi berichtete von seinen Abenteuern und wie er in einem Schneckenhaus geschlafen hatte. Die Gruppe beschloss, die Tüte hinter sich zu lassen und das erste Gummibärchendorf der Welt zu errichten, in dem jeder sein eigenes Schneckenhaus bekam. Sie zogen sich in eine ruhige Ecke des Parks zurück und errichteten ihr Dorf.

Und vielleicht hast du ja Glück und findest eines Tages im Park das Gummibärendorf.


 

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Von Lukas Böhl

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