Dannys Freiheit

Ich wachte auf. Die Motorengeräusche hatten mich aus meinem Schlaf gerissen. Das erste, was ich sah, war eine scheinbar endlose Straße. Darum war nichts als karge Wüste. Der Geschwindigkeit nach zu urteilen, mit der die Straßenmarkierungen unter dem Auto verschwanden, waren wir mit Vollgas unterwegs. Ich blickte rüber zum Fahrer. Es war kein Geringerer als Danny."

„Danny, was zur Hölle?“, schrie ich und merkte mit einem Mal, dass nicht nur meine Hände hinter meinem Rücken zusammengebunden waren, sondern ich zusätzlich mit einem Seil an den Sitz gefesselt war.

„Ich hol dich hier raus, mein Freund, keine Sorge! Das ist der Weg in die Freiheit.“

„Du verrückter Bastard, mach mich sofort los. Ich bring dich um. Dieses Mal wirklich!“

„Dich losmachen? Dann kriegen sie uns. Dann bist du verloren. Und mit dir auch ich. Das kann ich nicht zulassen.“

„Ich brauche deine Freiheit nicht, Danny! Niemand will deine Freiheit!“

Danny musterte mich. In seinem Blick sah ich eine Besessenheit. Er lachte spöttisch. Und dann fragte er ganz unvermittelt: „Wer ist der glücklichste Mensch auf Erden?“

Ich hatte keine Lust auf seine Spielchen und ignorierte die Frage. Offensichtlich hatte ich ihm damit einen Gefallen getan. Denn keine drei Sekunden später brüllte er mir ins Gesicht: „Niemals du!“

Er machte eine kurze Pause, der Inszenierung wegen. Dann wiederholte er: „Niemals du! Verstehst du das? Alle sind glücklich, aber niemals du. Das ist das menschliche Dilemma. Wenn du eine Gruppe von Menschen siehst, sind sie alle glücklich. Aber einzeln betrachtet sind sie alle unzufrieden. Und genau aus diesem Grund, mein Freund, brauchst du meine Freiheit!

„Nimm mir die Fesseln ab und ich prügel dir deine Freiheit in die Fresse!“

„Ich hab dich nicht gefesselt, das warst du. Ich kann dir die Richtung weisen, aber den Weg musst du selbst gehen. Befreie deinen Körper vor den Fesseln deines Verstandes. Das hast du selbst einmal gesagt.“

Tatsächlich kam mir dieser Satz bekannt vor. Aber er stammte nicht von mir, ich hatte ihn mir nur gemerkt und oft wiederholt. Als ich ihn mir ins Gedächtnis rief, passierte etwas Unglaubliches: Die Fesseln begannen sich aufzulösen. Nachdem sie verschwunden waren, riss ich meine Hände nach oben und packte Danny am Hals. Ich wollte diesen Hurensohn erwürgen. Doch mit einem Mal blickte ich in mein Gesicht. Mir stockte der Atem. Ich zog die Hände weg. Im nächsten Moment saß ich am Steuer. Danny hockte jetzt neben mir und lachte. „Willkommen zurück!“


 

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Von Lukas Böhl

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