Die Straße zum Himmel

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Du steigst ein, das Auto fährt los wie von Geisterhand. Noch bist du allein. Doch drückst du das Gaspedal bis zum Boden durch, liegst du heute Abend neben ihr. Deine Augen unterscheiden nicht zwischen den roten und grünen Lichtern. Die Tachoanzeige zieht gleich mit deinem Herzschlag. Du fragst dich, wo sie dein ganzes Leben lang war. Und ausgerechnet jetzt trennt dich diese gottverdammte, langsame Stadt von ihr. Die Ampeln, die Passanten haben sich an dein Tempo zu halten. Wenn sie wüssten, wohin du willst, würden sie davonfliegen, wie die Tauben, die du massenweise aufschreckst. Die ganze Welt würde zum Himmel emporsteigen, um dir Platz zu machen. Dann müsstest du nur geradeaus fahren und direkt in ihren Armen landen. Ein schöner Gedanke, aber einer zu viel. Das Ziel so nah, verwechselst du Rot mit Grün. Dann ist da ein gelber Schein und du fährst mitten rein. Ein Knall, alles wird schwarz. Aufgeregte Schreie, da kommt die Polizei. Plötzlich wird das Licht blau. Stillstand, dein Körper ist schwach. Trotzdem die Gewissheit: Heute Abend wirst du bei ihr sein, weil sie ein Engel ist.

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