Ein letzter Blick

E

Die Nacht ist so dunkel
wie die Ringe unter meinen Augen.
Ich will sie anhalten und fragen:
Hey, wie meisterst du dein Leben?
Bist du glücklich und zufrieden?
Sie sieht wunderschön aus,
als sie vorbeigeht.
Schätze, ich frage sie nicht,
sie zieht weiter,
bleibt eine Fremde.
Heute Nacht verlässt sie die Stadt,
hinterlässt eine Kerbe,
dieser Ort verliert einen Diamanten.
Regen fällt vom Himmel,
weint um die verlorene Tochter.
Teilnahmslose Passanten
starren auf den Boden.
Wasser mischt sich
mit dem Staub des Asphalts
zu einem schwarzen Gemisch,
das rauschend in die Gullys fließt.
Ein letzter Blick,
sie zieht die Kapuze ihres Pullovers tief ins Gesicht,
wirft die aufgerauchte Zigarette auf die Straße
und verschwindet im Dunkel der Nacht
unter dem neonpinken Licht
einer Leuchtreklame
eines kleinen Ladens.
Sie hatte einen Namen,
vielleicht nannte sie irgendwann
irgendjemand bei ihm,
doch er ist verklungen
im Surren
der kaputten Straßenlaterne
unter der man
sie zuletzt sah.

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