Dichtwoch #24 – Morgendämmerung

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Wo die Nacht uns hingebracht hat, ist die Sonne ohne uns aufgegangen. Jetzt schauen wir mit schwarzen Rändern unter den Augen dem blauen Horizont entgegen. Unter Schmerzen blinzeln wir den letzten Schlaf von unseren Wimpern. Es wird lange dauern, bis wir wieder schlafen. Kleidungsstücke säumen den Boden, Erinnerungslücken klaffen in unserem Gedächtnis. Das schmutzige Wasser des Flusses im Park, das die reinen Gedanken mit sich nahm, noch an unseren Füßen. Es sind das Klicken des Fotoapparats, das Ploppen der wegfliegenden Bierdeckel und der Raucherhusten geblieben von einem Tag, der für immer das Jahr in unseren Geschichten beschreibt. Die Farbe Braun, die mich jedes Mal zurück in deine Augen fallen lässt. Und eine Zeile in einem Lied, das auf deinem Handy spielte, die mich wieder zurück in diese Stimmung versetzt. Sommer 2019, große Gefühle in wenigen Stunden, kurze Momente, mehr wert als ein ganzes Leben.

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