Gedichte vertonen

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Wer Gedichte schreibt, hat oftmals eine gewisse Grundstimmung im Sinn, die das Geschriebene vermitteln soll. Vielleicht inspiriert von einem Song oder dem Rauschen des Windes in den Blättern. Natürlich kann man versuchen, dieses Gefühl durch Worte einzufangen. Andererseits könnte man dem Leser auch eine Art Denkanstoß geben, indem man das Gedicht vertont.

Was braucht man?

Ganz salopp gesagt würde dein Smartphone reichen. Da man aber gewisse künstlerische Ansprüche hat, sind ein gutes Mikrofon, ein Audio-Bearbeitungsprogramm und kostenlose Tonschnipsel eine nette Ergänzung.

Kostenlose Programme, um Gedichte zu vertonen:

Die Programme sind recht einfach aufgebaut, auch Laien werden sich schnell einfinden. Das einfache Vertonen von Gedichten sollte also kein Problem sein. Extra Soundeffekte können per Drag-and-Drop an die gewünschte Stelle geschoben oder geschnitten werden. Weitere Kniffe lassen sich durch Tutorials erlernen, wenn sie überhaupt benötigt werden. Wenn die Aufnahme passt, sollte der Rest kein Problem sein.

Geräusche und Soundeffekte:

Kostenlose Musik:

Eine sehr ausführliche Liste mit weiteren Seiten findest auf hier.

Mikrofone

Die günstigste Option wäre ein USB-Mikrofon. Wenn du nur deine Stimme aufnehmen möchtest, reicht ein solches Mikrofon völlig aus. Willst du dagegen auch Instrumente einspielen, macht die Anschaffung eines Audio-Interface Sinn. Für Außenaufnahmen würde ich einen mobilen Rekorder oder das Smartphone verwenden. 

Gedichte hochladen

Bei den folgenden Anbietern lassen sich die Vertonungen deiner Gedichte hochladen:

Kleiner Tipp:

Höre dir das fertige Gedicht immer über mehrere Audiogeräte an. Also Kopfhörer, integrierte Lautsprecher, externe Lautsprecher usw. Nicht immer funktioniert die Mischung auf allen gleich gut.

Auf Urheberrechte achten

Beim Vertonen von zeitgenössischer Lyrik solltest du das Urheberrecht im Hinterkopf behalten. Zwar ist die freie Benutzung nach wie vor nicht an die Genehmigung des Urhebers gebunden, allerdings gilt das nicht für eine reine Bearbeitung. So schreibt die GEMA über schutzfähige Bearbeitungen: 

Wer ein geschütztes Gedicht vertonen möchte, bedarf zur Veröffentlichung oder Verwertung seiner Vertonung der Einwilligung des Dichters bzw. des Verlegers.

Quelle

Die Schutzfrist gilt in Deutschland bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. 

Vertonen oder nur aufschreiben?

Beim Vertonen von Lyrik können bewusst Akzente gesetzt werden. Übereifrige Leser werden daran gehindert, das Gedicht zu überfliegen und damit dem Inhalt Unrecht zu tun.

Durch Pausen und Verzögerungen gelingt es den Hörer weiter in den Bann des Gedichts zu ziehen, die Stimmung kann so mitunter viel besser transportiert werden. Lesefaulen Personen wird eine Alternative zum geschriebenen Text geboten.

Das Vertonen der eigenen Gedichte bietet ganz neue Vertriebswege. Vertonungen können als Album gebündelt und auf iTunes verkauft werden. Inhaltlich verwandte oder ähnliche Gedichte eignen sich zum Erstellen von ganzen Hörspielen.

Das Geschriebene in der eigenen Stimme zu hören, bietet eine ganz neue Perspektive. Womöglich gibt es Passagen, bei denen man erst beim Anhören merkt, dass sie den Lesefluss unterbrechen. Die Stimme kann für Lesungen geschult werden.

Gedichte und Lyrik zu vertonen ist keine Neuheit. Schon Jack Kerouac hat seine Prosa mit Jazz unterlegt. Und das kann man sich auch heute noch anhören.

Lyrik in der Schule vertonen

Lyrik ist zäh für Schüler. Reime sind nur noch in Rap-Texten cool. Statt die Gedichte nur vorlesen zu lassen, könnte man sie gemeinsam mit den Schülern vertonen.

Und wenn der eine oder andere einen fetten Beat darunterlegt, hat er vielleicht die Verbindung zwischen Lyrik und Rap verstanden.

Die interaktive Aufgabe wird nicht nur das Unterrichtsklima auflockern, sondern den Kindern auch die dafür notwendige Technik ein Stück näher bringen.

Selber Geräusche zu erzeugen oder draußen nach geeigneten Soundeffekten zu suchen, bringt Abwechslung. Und ganz nebenbei kann schon mal das Thema Urheberrecht angeschnitten werden. 

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