Dorfjugend

Den Jungs fiel nichts anderes ein, als zu rauchen. Also rauchten sie. Auf der Bank beim Spielplatz. Mehr schien dieser Tag nicht für sie bereit zu halten. Es war Oktober, aber heiß wie im August. Sie waren 16, doch mehr als bereit, 18 zu sein. Dann würden sie hier weg und eine bessere Beschäftigung als Rauchen finden."

Und die große Liebe, einen erfüllenden Job und vor allem Aufmerksamkeit. Denn es war nicht genug, der Beste im Fußballverein im Ort zu sein. Und auf den Partys am Wochenende traf man immer dieselben Mädels und in den Bars führte man immer dieselben Gespräche. Hier konnte man erwachsen werden, ohne jemals jung gewesen zu sein.

Man konnte einen Beruf haben, ein ganzes Leben lang. Und für einen Kredit musste man nur die Bankberaterin fragen, deren Eltern die eigenen Eltern schon für kreditwürdig hielten. Es ist ja viel da, wie man sich im Ort erzählt. Das ganze Geld, auch für die Enkel bleibt noch viel. Also schaffen, schaffen und wenn man drüber nachdenkt, noch mehr schaffen. Weil, wer hat, der hat.

Die geschnorrten Zigaretten reichen nicht für die unendliche Langweile. Tanke, Bier und ab dafür. Trinken ist mindestens so sportlich wie Bälle mit dem Fuß zu kicken. Sagen zumindest die Väter, aber die Mütter würden das auch nicht verneinen. Endlich sind mal beide einer Meinung. Nicht so wie damals bei der Wahl des richtigen Vereins: Fußball, Judo oder Flöte. Sohnemann hatte auf nichts so richtig Böcke, am Ende jagte er einem Ball hinterher und kassierte in der Dusche Eierschellen. Und die hallen noch lange nach.

Erst die Fahrt nach Berlin mit 21 führt einem vor Augen, ein bisschen Dorf wird man immer in sich tragen. Aber von außen sieht man dem Weltbürger den Kleingeist, der in ihm wohnt, nicht an. Und die abfälligen Kommentare zu allem Fremden bleiben nur im Kopf, versteckt hinter einer Sonnenbrille, die schon mal jemandem gehört hat, der alles verneinte, was man jetzt bejaht. Und wenn einer fragt. Nein, niemand hier vermisst die Heimat. Wirklich. Ehrenwort. Dreimal draufgespuckt.


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Von Lukas Böhl

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