Alleintrinker

Dieses Glas Bier ist nicht die Lösung, auf die du gehofft hast. Die Schnapsdrosseln um dich herum nicht die Engel, für die du gebetet hast. Diese Spelunke nicht der Himmel, in den du aufsteigen wolltest. Aber es sind auch nicht die Teufel, die dich jagen. Hier hast du für eine Weile Ruhe. Und das ist schon etwas heute Abend. Denn in einer digitalisierten Welt gehen einem Kerl wie dir die Verstecke aus. Darum lässt du dein Handy meist zu Hause. Die sollen nicht wissen, wo sie dich finden. Sonst würden sie dir auch das noch verbieten. Oder jemand würde dich beim Trinken filmen. So weit kommt’s noch. Ein Prost auf früher, ein Toast auf dich selbst und dann die nächste Runde. Das Bier kostet Geld, doch die Rechnung begleichst du mit Zeit. Auf dem Nachhauseweg erleuchten die Lichter der Stadt die Leere hinter deinen Augen. Ein Blick auf die Uhr. Zu spät, um ins Bett zu gehen. Zu früh, um mit dem Tag zu beginnen. Also lässt du dich auf einer Bank nieder und starrst zum Mond. Eine Katze gesellt sich zu dir. Selten hast du dich so verstanden gefühlt. Bald wird es Tag. Allmählich zeichnet sich dein Schatten wieder auf dem Boden ab.

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Von Lukas Böhl

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