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Dichtwoch #42 – Erblühen

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Im Tal noch Winter, am Himmel der Sommer. In weißen Schwaden schmilzt das Eis und wird zu Wasser. Die Sonne scheint ohne Gnade, vertreibt die letzte Kälte. In den Vögeln der Frühling, in den Winden der Herbst. In den Herzen wieder Liebe, in den Gesprächen wieder Leben. Es fliegen die ersten Schnaken, es fliegen die ersten Pollen. Es riecht nach Blumenstaub, überschüssiger Kälte und Sex. In der...

Baumwerdung

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Da war ein kleiner Setzling, bestimmt ein großer Baum zu werden; mit starken Ästen und vollem Blätterdach; ein Heim für Vögel, Eichhörnchen und Insekten. Er wuchs dorthin, wo die Sonne stand und in seinem ersten Jahr fast zehn Zentimeter. Von anderen Bäumen wusste er nichts, noch hielt er sich für einmalig. Seine Äste wuchsen, weil die Natur es so wollte. Eines Tages, da fiel ein Schatten auf ihn...

Dichtwoch #41 – Freiheitsgelüste

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Es sind die Sehnsüchte, die unerfüllten, die elendig verkümmerten Freiheitsgelüste. Das Verlangen kurz nach Herbstanfang, das Wiederaufblühen des Sommergefühls. Eine Art Lebenshunger,das gewollte Wunder,die Schönheit ungetrübtermenschlicher Charakter. Es ist die Idee, das Ideal der Heimat, der Ferne. Wir sind Möglichkeiten, kleine Chancen, Atomhaufen, Mikrokosmen. Wir sind all das, bis wir nichts...

Dichtwoch #40 – Birne

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Oben am Hügel, wo der Nebel seit Stunden den Schnee auftaut, hängt an einem schwarzgefrorenen Baum die letzte Birne des alten Jahres. Voll von der Sonne eines warmen Sommers trotzte sie dem kalten Wetter. Unten taut und gefriert das Nieselregenwasser im Wechsel auf den Wiesen. Die Raben schimpfen, die Zugvögel kehren zurück. Vieles starb mit der Kälte oder schirmte sich ab. Nur diese eine gelbe...

Rechtschreibung verbessern

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Du willst deine Rechtschreibung verbessern, aber weiß nicht wie? Dann habe ich hier ein paar Tipps für dich, die sowohl für Erwachsene als auch für Schüler und Studenten sinnvoll sind.

Dichtwoch #39 – Heutnacht

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Vielleicht lieber dem Regen zuhören, als zu schlafen. Vielleicht lieber gut von sich denken, als zu prahlen. Bescheiden im Eigenheim, daheim in der Eigenseele. Ich kann mir nicht auch noch darum Sorgen machen. Vielleicht morgen die Dinge lieber sein lassen wie sie sind. Nicht von gestern reden und sich nicht in eine Zukunft denken, die so nie existiert. Woher weiß der Regen, wann er aufhören soll...

Armer Eddy

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Ein trauriger Song begann zu spielen. Eddy saß an der Theke und zog an der letzten Zigarette der zweiten Schachtel, die er heute bereits verraucht hatte. Er dachte an nichts Spezielles, nicht einmal ans Rauchen, ja nicht einmal ans Trinken. Er ließ seine Gedanken einfach so streifen, wohin auch immer sie wandern mochten. Heute Mittag hatte ihm jemand gesagt, er sei der Typ, der seinen Platz in...

Dichtwoch #38 – Lebenskummer

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Ein Blick aus dem Fensterdes Jugendzimmersauf den grauen Himmel.Im Hintergrund ein Lied,lange nicht gehört.Bekanntes Gefühl.Andere Lebenslage.„All deine guten Tage!“,verklungene Worte.Trauer im Nachhinein ein Freund.Unheimliche Stille.Wie ist sein Name?Lebenskummer!

Dichtwoch #37 – Winterende

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Ist das Schwarz dort in der Ecke? Ist das die Nacht, die sich langsam über meine Decke legt? Liege ich im Schlaf oder vernebelt das Fieber mir die Sinne. Ein Blick aus dem Fenster, es ist fast so, als könnte ich fliegen. Die Sterne am Firmament zeigen mir den Weg. Weiter nur Bilder aus der Jugend im alten Zimmer, in dessen vier Wänden sich die kühnsten Träume in Luft auflösten. Ein winterlicher...

Dichtwoch #36 – Wecker

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Zeit geht weiter…Ist es nicht so?Ich nahm die Batterieaus meinem Wecker,auf den ich nächtelangschlaflos blickte.Die Zeiger sollten nichtohne dich weiterlaufen.Du warst Liebe in derersten Stunde.An einem Sonnentagim sonst dunklen Winter.Hast mehr Stundenin meinem Bett,in meinem Kopfverbracht,als jede flüchtigeBekanntschaft vor dir.Es war fast so,als hätte ich in denletzten fünf Jahrenjedes...

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