Umbruch

Du gehst durch fremde Menschenmassen, wandelst unter herrschaftlichen Gebäuden, streunst doch uringetränkte U-Bahn-Stationen, doch nichts kommt an da oben. Dein Blickfeld reicht weit in den Horizont, deine Perspektive womöglich bis ins Weltall, aber deine Wahrnehmung endet hinter deinen Augen. Kurz tauchst du auf, die Sonne blendet, du ärgerst dich über deine Klamottenwahl. Im nächsten Moment bist du wieder fort, weiter weg, als ein Mensch auf diesem Planeten reisen kann. Du tauchst ab in deine Gedankenkanalisation, wo das Abwasser negativer Emotionen dich mitreißt. Du schlägst um dich, hoffst und betest und fütterst damit nur den Niederschlag in dir. Da ist kein Regenschirm für dein Gehirn. Ein klarer Gedanke könnte dich retten, das weißt du, aber dann käme die Zeit des Umbruchs und der Erneuerung. Vielleicht besser den Teufel, den man kennt, als den Teufel, der alles sein könnte. 

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Von Lukas Böhl

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