Texten: So schreibst du über Themen, mit denen du dich nicht auskennst

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Als Texter wirst du sicherlich eines Tages einen Auftrag erhalten, der dir große Probleme bereitet. Sei es, weil du dich fernab von deinem Fachgebiet bewegst oder du nicht die nötige Motivation für die intensive Recherchearbeit findest. Keine Sorge, damit bist du nicht allein. Niemand ist in allen Themengebieten fit. Damit du solche Aufträge nicht ablehnen musst, habe ich dir in diesem Artikel nützliche Tipps und Tricks bereitgestellt, mit denen du auch schwere Texte zu Papier bringst.

Vom Texter zum Leser

Versetze dich zunächst in den Kopf des Lesers, schließlich bist zu Beginn deiner Recherche in einer ähnlichen Lage.

  • Was würdest du von einem Artikel über das Thema erwarten?
  • Welche Gliederung würde Sinn machen, um das Thema verständlich rüberzubringen?
  • Welche konkreten Fragen gehen dir durch den Kopf?

Nutze diese Punkte, um eine grobe Gliederung zu erstellen, an der du dich später entlanghangelst. Bei deiner Recherche notierst du zu jedem Punkt wichtige Informationen und besserst gegebenenfalls nach.

Plan machen

Mit den oben gesammelten Notizen machst du nun einen Plan. Hast du keine Deadline von einem Auftraggeber, setze dir selbst eine und teile die Tage in überschaubare Zwischenziele ein. Wenn du zum Beispiel einen Text mit 1000 Wörtern schreiben musst und du fünf Tage Zeit hast, plane pro Tag 200 Wörter ein. Schon klingt der Auftrag nicht mehr ganz so furchteinflößend. Mit dieser Strategie wirkt man der aussichtslosen Verzweiflung entgegen, die einen vor lauter Weiß im Textdokument den fertigen Text nicht sehen lässt.

Videos schauen

Klingt erst mal zu simpel, um wahr zu sein. Tatsächlich aber helfen dir Videos dabei, in ein Thema einzusteigen. Wenn die Google-Suche nicht gleich passende Video-Ergebnisse liefert, gehe gezielt auf YouTube und suche nach Videos über das zu behandelnde Thema. Mit diesem Trick überlistest du deinen lesefaulen Schweinehund und lässt dir die Informationen sozusagen auf dem Silbertablett servieren. Zwar reicht eine alleinige Video-Recherche meist nicht aus, sie hilft dir aber, dich mit dem Thema vertraut zu machen und später, beim Durchforsten der Fachartikel, nicht ständig ein Fragezeichen im Kopf zu haben.

Tipp: Sollte die deutschsprachige Suche keine Treffer liefern, versuche es in Englisch oder einer anderen Sprache, die du beherrschst.

Interviews suchen

Nicht immer möchte man ein Thema in aller Ausführlichkeit durch einen seitenlangen Text erklärt bekommen. Die fachkompetente, in wenige Sätze zusammengefasste Meinung eines Experten auf dem Gebiet bietet eine besser verdauliche Dosis. Ergänze dein Keyword bei der Recherche um den Zusatz „Interview“ und finde so den Einstieg in das Thema. Solltest du nicht fündig werden, überlege selbst einen Experten anzuschreiben und gegebenenfalls zu interviewen.

Tipp: Bei Foren solltest du vorsichtig sein, da sich hier Fachkompetenz und Wahrheitsgehalt nur schwer überprüfen lassen.

Fremdsprachenkenntnisse nutzen

Wir Deutschen neigen oft dazu, Dinge viel zu kompliziert zu erklären. Stockst du bei deiner Recherche bei jedem zweiten Satz, den du liest, probiere, nach fremdsprachigen Artikeln zu suchen. Gerade unsere englischsprachigen Kollegen sind uns weit voraus, was das verständliche Darstellen von Informationen angeht.

Selbst erklären

Nur, weil du jetzt vor einem Text sitzt, heißt das noch lange nicht, dass er Sinn macht. Gerade in Fachgebieten, in denen man sich nicht auskennt, läuft man Gefahr, Fehlinformationen in den Text zu packen. Damit das nicht passiert, erstelle eine Art zusammenfassende Inhaltsangabe, in welcher du dir das Thema selbst erklärst. Breche diese solange herunter, bis du wirklich verstanden hast, worum es geht. Dann fällt dir das Schreiben nicht nur leichter, sondern auch das Erklären wird einfacher.

Fakten checken

Wie oben bereits angerissen, solltest du nach dem Schreiben unbedingt die Fakten checken. Hast du hoffentlich bereits. Aber es ist wichtig, hier sehr gründlich zu sein, vor allen Dingen, wenn du oder dein Auftraggeber mit dem Text ein gutes Ranking anstrebt. Achte besonders auf die Stellen im Text, die dir ein ungutes Gefühl im Magen bereiten. Meist stimmt dann etwas nicht. Lasse im Zweifelsfall Kollegen oder sogar Experten darüber schauen, um eine zweite Meinung zu erhalten. Hast du nach dem Faktencheck immer noch ein ungutes Gefühl, versuche die Stelle umzuformulieren, sodass keine Tatsachenbehauptung entsteht oder streiche sie ganz aus dem Text. Wenn ein anderer es besser erklärt hat, dann verweise auf diese Quelle und nutze Zitate.

Fazit:

Wenn dir ein themenfremder Auftrag ins Haus flattert, wirf nicht gleich das Handtuch. Einen Berg besteigt man ja auch nicht am Stück. Brich den Auftrag in kleinere, machbare Etappen auf und gehe es langsam an. Sieh es nicht als Herausforderung, sondern als Chance einen solchen Text zu verfassen.

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und der Texter mit seinen Themen.  

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