Stadtangst

Draußen wieder Sirenen, sie stören dich beim Lesen. Du fragst dich, wohin sie fahren. Aber nur so lange du sie hörst. Dann wieder Netflix. Ein Knall in der Ferne; könnte ganz zufällig sein oder ein Schuss. Wenn die Polizei nicht auftaucht, ist alles gut. Und Kindergeschrei am Tage gehört genauso dazu wie das alkoholbefeuerte Gegröle in der Nacht. Du bist nicht verantwortlich für diesen Organismus Stadt. Du zehrst von ihm und dann klinkst du dich wieder aus. Kannst um 20 Uhr  ins Bett gehen oder erst um 8 Uhr nach Hause kommen. Irgendein Platz in einer Bar ist immer für dich reserviert. Und Döner schmeckt zum Frühstück gleich wie zum Abendessen. Du bist frei, alles zu lassen und nichts zu tun. Denn die Stadt lebt auch ohne dich. Ein anderer verrichtet deine Arbeit, wenn du liegen bleibst. Manchmal ist es zu viel. Dann denkst du dich zuerst aus deinem Körper hinaus, fliegst mit deinem Geist wie eine Drohne vor deinem Fenster im 16. Stock, bevor du weiter hinaus zoomst. Dein Block, dein Viertel, deine Stadt. Dann ein ganzes Land, ein Kontinent, eine Welt, ein All und Ewigkeit. Während du da sitzt und dich fragst: Wann kommt die Pizza?


 

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Von Lukas Böhl

Hallo, mein Name ist Lukas. Ich bin der Autor hinter dem Sinnblock. Falls du mehr über mich erfahren willst, schau mal hier vorbei. Dir gefällt, was du liest und du willst meine Arbeit unterstützen? Dann kannst du gerne mein Buch kaufen :)