Dichtwoch #42 – Erblühen

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Im Tal noch Winter, am Himmel der Sommer. In weißen Schwaden schmilzt das Eis und wird zu Wasser. Die Sonne scheint ohne Gnade, vertreibt die letzte Kälte. In den Vögeln der Frühling, in den Winden der Herbst. In den Herzen wieder Liebe, in den Gesprächen wieder Leben. Es fliegen die ersten Schnaken, es fliegen die ersten Pollen. Es riecht nach Blumenstaub, überschüssiger Kälte und Sex. In der Erde keimt die Freude, in den Menschen kochen die Gefühle. Paare knien auf Wiesen, sammeln die ersten Blumen. Man verliebt sich wieder in Augen und Kleinigkeiten. Es ist ein Sterben und Existieren, ein Leben und Scheitern, ein Welken, ein Blühen.

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