Dichtwoch #39 – Heutnacht

Vielleicht lieber dem Regen zuhören, als zu schlafen. 
Vielleicht lieber gut von sich denken, als zu prahlen. 
Bescheiden im Eigenheim, daheim in der Eigenseele. 
Ich kann mir nicht auch noch darum Sorgen machen. 
Vielleicht morgen die Dinge lieber sein lassen wie sie sind. 
Nicht von gestern reden und sich nicht in eine Zukunft denken, die so nie existiert. 
Woher weiß der Regen, wann er aufhören soll? 
Wieso fallen meine Gedanken weiter, wenn er es tut? 
Leicht gesagt um 3 Uhr nachts, nach drei Tassen Kaffee und in Griffweite meines Smartphones. 
Ich bin ein moderner Hippie unter Gleichgesinnten. 
Wir berauschen uns das Leben mit schönen Dingen. 
Wie Gedanken wandern; kommen nie an. 
Wie beendet man eine nie endende Konversation? 
Wie soll ich antworten in fünf Sekunden? 
Kein Wunder fehlen uns die Worte, sind wir sprachlos, ohne Sprachrohr und doch ständig erreichbar. 
Zu oft verwendet, gebraucht, nutzt ab. 
Alte Worte recyceln wirkt intelligent, wie alles andere auch. 
Wo kann man sein Hirn eintauschen, wenn es nicht funktioniert? 
Die zwei Wochen Rückgabefrist längst verpasst. 
Dann halt ein Downgrade. 
Ich bin nur ein Mensch, der alles hat und dem es trotzdem an allem fehlt. 
Ich bin nur ein Mensch. 
Bin nur: Mensch. 
Nicht einfach. 
Nicht immer. 
Besonders heute Nacht.

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Von Lukas Böhl

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