Dichtwoch #35 – Limerenz

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Gestern sah ich einen einfachen Mann und wünschte mir seine Normalität für mein Leben. Die Straße entlanggehen und Fast-Food-Werbung hinterhersehen, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt. Stattdessen fürchte ich die Wochen, in denen du nicht da bist. Früher war ich kurzsichtig, jetzt behindert ein 10 cm großer Bildschirm meine Sicht. Und deine Existenz blockiert mein Herz, sodass nichts mehr eindringt und keine Emotion mehr rausfindet. Dabei kannst du nichts dafür, du bist nur ein Sinnbild für meine Limerenz. Ich liebe nicht meinen Nächsten, sondern die Nächstbeste, auf die mein Instinkt anspringt. Jedes Mal überliste ich meinen Verstand und behaupte ein Romantiker zu sein. Dabei bin ich einfach nur krank, vor Liebe oder unerfüllbarer Sehnsucht. Denn kurz davor zu sein fühlt sich besser an, als wirklich anzukommen.

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