Dichtwoch #3 – Unende

Ende, wo keins ist. Alles bald nichts. 
Sag Wahrheit, die falsch ist und lass zu, 
dass die Welt sich auflöst. 
Kleine Stränge der Zukunft erreichen uns, 
bevor wir wissen, wie das Morgen aussehen soll. 
Wir glauben, unseren Instinkten zu folgen, 
doch sammeln all die Brotkrumen auf, 
die das Schicksal uns hinwirft. 
Sind Puppen, die vor lauter Strängen einen Schöpfer erfinden, 
ihm ins Gesicht sehen, die Kontrolle entreißen
und sie selbst in die Hand nehmen. 
Zumindest solange, bis wir ihnen überdrüssig werden 
und sie einem anderen in die Hand geben. 
Stranglos lebt es sich leichter in belangloser Naivität. 
Dann drehen wir uns im Kreise, um unserem Hinterteil nachzulaufen. 
Bis irgendwann das Licht erlischt. 
Im Dunkeln lässt es sich leichter wegsehen. 
Die eigene Mitte findet man am besten
beim Treten auf der Stelle. 

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Von Lukas Böhl

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