Dichtwoch #28 – Fiktion

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Die Dinge, die am besten ungesagt bleiben, fließen davon wie Melodien am Ende eines traurigen Films. Und wir sitzen noch eine Weile davor und hören zu und wünschen da wären nur die Enden. Dann träumen wir uns davon, wollen leben wie der Protagonist am Rande der Gesellschaft, vielleicht nur am Ende der Welt oder einer kleinen Rille in der Unterseite der DVD. Liegen nächtelang wach und starren tagelang in die Ferne durch ein in unseren Kopf projiziertes Fenster. Wir sind keine Denker, nur Gelenkte mit gelegentlichen Denkanstößen fremder Fantasien. Da draußen spielt das Leben, hier drin die Realität. Was ist was? Ist letzten Endes egal. Denn der Mensch existiert als Fiktion. Wenn nicht, sind wir längst tot.

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