Dichtwoch #21 – Verdorbenheit

D

Hier kannst du alles sein, außer dir selbst.
Verdirbst du nicht von allein, übernimmt es die Welt.
Hin und wieder ein Tropfen Gift hilft,
zu vergessen die Schuld.
Wessen du schuldig bist, ist dir nicht bewusst.
Weißt nur, dass es seit jeher so muss.
Vorbei die Zeit der reinen Gedanken und Taten,
das Dunkel der Nacht erfüllt nun die Tage.
Reicher an Erfahrung, ärmer an Sittlichkeit.
Im Grunde nicht schlecht die Menschlichkeit,
genügt ein Funke und ist entfacht
das Feuer, in dem begründet der Hass.
Lieb geboren, bald vergoren.
Wie die Frucht fällt zu Boden,
fault im Innern der süße Geist
und befällt schon bald das Fleisch.
So warten wir, die eigenen Taten billigend,
einst wilde Dämonen uns Untertan gemacht.
Umso mehr lügen, umso mehr werden glauben,
während uns das Ende unausweichlich entgegenlacht.

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