Dichtwoch #14 – Wandersmann

Er war ein Wandersmann und enttarnte die Freiheit als fliehend. Ein Militärrucksack und ausgetretene Schuhe, ein Päckchen Hoffnung im Hemdsärmel reichten ihm, um loszuziehen. Auf der Suche nach dem Grund wollte er vom Leben trunken werden. Nur eine vage Destination trieb ihn an. Er begrüßte den Zufall, wo er dem Alltag entkam. In der Nacht schlief er unter den Sternen, deckte sich mit schweren Gedanken zu. Die Wahrheit war immer nur eine Haarbreite entfernt, hinter jeder Ecke verbarg sie sich und war doch nie real. Wen er auch fragte, keiner konnte ihm sagen, wie lange. Aber jeder kannte einen anderen Teil der Offenbarung und die Richtungsangaben verwiesen bald nach Nord, Süd, Ost und West. Er drehte Kreise im Quadrat. Irgendwann blieb kein Ort mehr übrig, wo er noch nicht war. Bedrückt nahm er an einem Flüsschen Platz und beugte sich vor. Das graue Wasser warf sein Gesicht zurück. Da sah er der Wahrheit ins Auge. 

Von Lukas Böhl

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