Das Leben geht weiter

Da ist ein Ort, wo die Einsamkeit beginnt. Du kannst ihn nicht zu Fuß erreichen oder mit dem Flugzeug oder Auto. Er ist genau dort, wo du gerade sitzt. Vor deinem PC, auf deiner Couch, im Bus oder in der Bahn. Irgendwas hat dich deiner Menschlichkeit beraubt und dich in ein Netzwerk integriert. Jeden Tag schreibst du unzählige Textnachrichten, um zu beweisen, dass du noch existierst. Und alle, die du kennst, fragen sich, ob diese Stimme einst ihr Freund, Kind oder Feind war. Obwohl du mit einem Klick auf alles Menschengemachte Zugriff hast, fehlt dir das Menschliche an sich: Eine Berührung, ein lachendes Gesicht, geteilte Stille. Der Fortschritt hat uns auf den Mond gebracht, aber nicht gelehrt, alleine zu sein. Dabei ist alles noch da, nur nicht nahbar, mehr wie ein tonnenschweres Nichts, das auf uns lastet. Eine Welt, die uns ständig entgleitet. Und so scheint es, als hätten unsere Schatten uns überholt und gingen jetzt im Marschtempo voraus, während wir uns mehr und mehr in der Dunkelheit verlieren. Trotzdem ist da eine Stimme, die sagt: Das Leben geht weiter. Das wird es, das will es.

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